Ein Charter als Wasserflugzeug, von Holger Schilling

Vor 2 Jahren erwarb ich in einem Bastelladen einen Bauplan für ein Wasserflugzeug. Aus Zeitgründen landete der angefangene Bau jedoch auf den Boden.Beim Aufräumen fand ich Anfang des Jahres die angefangenen Schwimmer. Da mir die Zeit fehlte das Flugzeug fertig zu stellen, entschloß ich mich einen vorhandenen Charter der Fa. Robbe als Wasserflugzeug umzubauen. Da der Charter keine Querruder hatte, baute ich noch eine neue Tragfläche. Sicherheitshalber bekamen die Tragflächen noch ein paar Landeklappen.

 Für die Befestigung der Schwimmer nutzte ich hinten das serienmäßige Fahrwerk und vorne einen Bügel, welchen ich in der Bugradhalterung befestigte. Im September hatte ich endlich alles fertig, nur leider spielte das Wetter nicht mit. Also gab ich die Hoffnung schon auf und wollte schon alles wieder wegpacken. Doch der Oktober zeigte sich von einer besseren Seite Mitte Oktober war es soweit, Sonnenschein und kein Wind – also bestes Testwetter. Schnell packte ich alles zusammen und auf zum nächsten See. Um in Falle eines Falles nicht baden gehen zu müssen, packte mein Sohn noch sein Motorboot Paula III, ein Bojensetzer mit beweglichem Kran ein. Am See angekommen wurde alles zum Start vorbereitet, der Motor angeworfen und dann ab ins Wasser.

Am Anfang drehte ich erst einmal eine Runde auf dem Wasser um die „Schwimmeigenschaften“ des Flugzeuges zu testen. Der Test verlief zu unserer Zufriedenheit und nun sollte der Start gewagt werden. Da der ausgewählte See nicht sehr groß war und in einem Wald lag, konnten die Flugeigenschaften nicht genügend ausgetestet werden. Nach der ersten Runde entschloß ich mich zu landen. Ab in die letzte Kurve, Gas weg und die Klappen raus. Der Landeanflug verlief ganz gut nur die Landung war noch etwas hart. Doch aus der Wassergischt kam gemütlich der Charter mit im Standgas laufenden Motor, so daß uns der Einsatz der Paula erspart blieb.

Am Land überprüfte ich das Flugzeug auf eventuelle Schäden, aber es war nichts festzustellen und so ging es wieder zum Start. Kurze Funktionsprobe und dann wieder Vollgas. Nur leider kam in den Vergaser etwas Wassergischt und der Motor ging aus. So kam doch noch die Paula zum Einsatz. Nach ein paar Versuchen klappte es dann mit dem Schubverband und der Charter kam wieder an Land. Also, die Klappen leicht ausgefahren und dann Vollgas.

   Das Flugzeug beschleunigte, nur abheben wollte es einfach nicht, da der Motor nicht optimal lief. So wurde der erste Versuch abgebrochen, der Motor neu eingestellt und dann zurück ins Wasser.Zweiter Versuch: kurzer Test, ob alles funktioniert und dann Vollgas. Nach kurzer Beschleunigung hob es auch schon vom Wasser ab und war in der Luft. Der nächste Start, Flug und vor allem die Landung verliefen dann schon besser. Am darauffolgenden Tag absolvierte ich noch ein paar Flüge und jetzt heißt es wieder auf besseres Wetter warten.

Holger Schilling

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