Magister

An einem Sonntag im Sommer 2004 kam ein Bekannter mit seiner Magister zum Fliegen. Sie gefiel mir: relativ voluminöser Rumpf, ansprechende Linienführung, Dreibeinfahrwerk, Schlepp-kupplung und ein ansprechendes Bild im Flug. Ich durfte sie dann auch mal fliegen und mein Entschluss zum Kauf einer Magister stand fest,

Magister mit Styro-Schwimmern vor den Karawanken

Die Schwimmer wurden aus Styropor geschnitten, ein paar Sperrholzbrettchen zur Aufnahme der Fahrwerksbefestigung eingelassen und mit 80 gr. Glasfasermatte belegt.
Um eine glatte Unterseite zu erhalten, habe ich über diese Packband gezogen. Der durchsichtige, breite Tesafilm war mir leider ausgegangen. Zur Befestigung der Schwimmer wurden zunächst die originalen Bug- und Heckfahrwerke benutzt. Das funktionierte, weil ich die Bugfahrwerksanlenkung ausgehängt habe. Auf ein Wasserruder habe ich anfangs verzichtet, was keine besonders gute Idee war. Da der Flieger so auf dem Wasser selbst bei leichtem Wind kaum lenkbar war, habe ich im Urlaub ein neues Bugfahrwerk gebaut, von welchem aus ein Wasserruder angelenkt wurde. Allerdings waren die Styro-Schwimmer vorne etwas kurz: beim Beschleunigen tauchte der Propeller ins Wasser ein. Durch die dabei entstehenden Vibrationen löste sich die Stator-Verschraubung am Motor, sowie eine Phase zwischen Regler und Motor. Beides war nicht weiter ärgerlich und schnell behoben. Problematisch waren nur die Tatsachen, dass ein LRK mit nur zwei elektrischen Leitungen zum Reger nicht laufen will, das Modell ca. 50 m von mir entfernt auf dem Wasser stand und ich keine Badehose und kein Handtuch dabei hatte. Dies ist ein Fehler, den man als Wasserflieger nicht zweimal begeht. Nach der Bergung wurden die Schwimmer wegen des oben beschriebenen Phänomens ca. 2 cm nach vorne gesetzt. Nun war ein Abwassern auch ohne vorausgehenden Tauchgang der Luftschraube möglich. Allerdings befand sich nun die Stufe unter , bzw. kurz vor dem Schwerpunkt. Landungen, bei denen man nicht die
gesamte Woche mitzählen konnte, waren recht selten. Also beschloss ich, neue Schwimmer zu bauen. Diesmal aus Holz, mit Kielung und länger als die alten.

... denn der Sommerurlaub stand vor der Tür und ich hatte nach einem Absturz meiner Twinstar noch kein Wasserflugzeug für den Urlaub. Die Magister dürfte sich gut eignen, um sie auf Schwimmer zu stellen. Zunächst ist sie auch bei größeren Beschädigungen noch schwimmfähig, da aus EPP gefertigt. Das Gewicht von Schwimmern sollte auch kein Problem darstellen und sie ist schnell gebaut, denn bis zum Urlaub waren nur noch 14 Tage Zeit. Also schnell eine Magister beim Modellbau-Dealer meines Vertrauens geordert. Nach 5 oder 6 Tagen lag das gute Stück auf der Theke. Bis zum Urlaub war also noch mehr als eine Woche Zeit. Das sollte reichen. Der Bau der Magister benötigte zwei Abende. Hält man sich an die Anleitung, gibt es keine Probleme. Als Antrieb habe ich einen LRK 350/20-14Poler mit 10 Windungen eingebaut. Seine elektrische Energie bekommt er aus 10 Zellen. Die Umwandlung in Kinetische übernimmt eine 13*7“-Luftschraube. Um es vorweg zu nehmen: dieser Antrieb ist kräftig und es gibt auch bei absolutem Glattwasser keine Startprobleme.

Der Arbeitsaufwand war erheblich größer als bei der Styro-Version, aber er hat sich gelohnt. Der Flieger sieht mit dem Schwimmer sehr gut aus. Starten, fliegen und landen sind nun selbst für einen nur mäßig begabten Piloten kein
Problem. Die Magister ist wirklich ein tolles Wasserflugzeug. Wer auf den Geschmack gekommen ist, für den habe ich eine ausführliche Bauanleitung mit Maßen und Skizzen erstellt.

Mit Holm- und Rippenbruch

Christian Bubolz

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