Satyr nach FMT-Bauplan, für Elektro-Antrieb adaptiert

Modelldaten:

Spannweite:  1650 mm

Gewicht: 2100 g   / 1800 g (Räder-Version)

Antrieb: Mega 22/30/03 direkt

Drehzahlsteller: JETI Advance 70-3P

Prop: APC 10 x 6

Akku: 8 Zellen Sanyo 3600

Schwimmer: aus FMT-Bauplan "Tomahawk",
auf 137,4 % vergrößert, 76 cm lang
 

Bei diesem Flugzeug handelt es sich um das Old-Time Modell "Satyr", welches kein reales Vorbild besitzt, sondern einem Freiflugmodell aus den Anfängen des Modellflugs nachempfunden wurde. Als Bau-Unterlage diente der von Jaromir Pipek gezeichnete FMT-Bauplan. Der Aufbau des Modells ist nicht schwierig, Erfahrung mit Bauplan-Modellen ist jedoch von Vorteil, da der Plan keine Detaillösungen enthält. Gesteuert wird das Modell über Seite, Höhe und Motordrehzahl, es kann extrem langsam geflogen werden. Mein erster "Satyr" entstand übrigens 1990, wird durch einen HP 21 VT Viertaktmotor angetrieben und mit einer Varioprop-Fernlenkanlage aus dem Jahr 1977 gesteuert. Die problemlose Handhabung und tolle Optik des "Satyr" erweckten in mir den Wunsch, dieses Modell auch in einer Elektro-Version mit wechselbarem Räder-/Schwimmerfahrwerk zu bauen.

Dieses Ereignis diente nun als willkommener Anlaß, dem "Satyr" endlich einen edlen Brushless-Motor (Axi 2820/10) zu spendieren. Dadurch wurden auch 2 kleine Ãnderungen am Modell erforderlich: Der Motorträger wurde durch einen Alu-Bügel verstärkt, um dem kleinen Kraftprotz standzuhalten und der Motorspant mußte mit einem Durchbruch für den Antriebsakku versehen werden, um den Schwerpunkt wieder an die korrekte Stelle zu bekommen. Resultat des "Antriebs-Tunings": Halbe Drehzahl reicht schon für zügiges "Abwassern", mit einem Drittel "Gas" hält das Modell bereits die Höhe. Soviel zum Satyr, einem Flugzeug mit toller Oldtimer-Optik, welches absolut keine Macken hat und völlig stressfrei und entspannt geflogen werden kann.

In Abweichung zum Bauplan bekam das Modell ein gedämpftes Seitenleitwerk (statt Pendelruder) und Tragflächenholme aus Kiefer. Die Schwimmer wurden komplett aus Balsaholz aufgebaut, nach einem vergrößerten FMT-Schwimmerbauplan des Modells "Tomahawk". Da ein unverkleideter Elektromotor einen äußerst bescheidenen Beitrag zur Ästhetik eines Flugmodells liefert, erhielt die Elektro-Version auch eine selbst angefertigte Motorhaube. Ein Speed 600 mit einem Uralt-Planetengetriebe 1:3, 10 Zellen und ein 11x7 Dreiblatt-Prop beförderten den Satyr nach ca 10 m Anlauf von der Graspiste in die Luft. Auch für den Wasserstart mit dem Schwimmerfahrwerk reichte diese Antriebskonfiguration aus, allerdings nur so lange, bis schließlich bei einem Startlauf alle 3 Planetenzahnräder des altersschwachen Getriebes zerbröselten, was gleichzeitig das Ende des Drehzahlstellers bedeutete.

Leider lösten sich bereits nach einigen Flügen die Magnete in der rotierenden Motorglocke des AXI. Im Kulanzweg erhielt ich einen neuen Motor, der aber schon nach 3 Flügen im Modell fürchterlich zu rütteln und vibrieren begann. Leicht frustriert montierte ich den für ein anderes - noch nicht fertig gebautes - Modell vorgesehenen Mega 22/30 (Brushless-Innenläufer). Ein guter Griff, wie sich herausstellte, denn ich konnte damit sogar den Antriebsakku von ursprünglich 10 auf nur 8 Zellen reduzieren.

Bau und Flugbericht von Johann Prachinger http://info.rc-wasserflieger.at DANKE!