Telemaster Flugboot

Die Flugwerft Brendel bietet seit einiger Zeit Bausätze des Telemaster in unterschiedlichen Größen an. Nach einiger Überlegung entschied ich mich für die 2,4Meter Version. Der Bausatz ist aus CNC geschnittenem Pappelsperrholz und Balsa. Der Aufbau ist deswegen sehr einfach. Die Bauanleitung allerdings auch. In der Anleitung ist wirklich nur das nötigste zu finden und deshalb sollte man schon mal ein Flugmodell gebaut haben. Von Anfang an war mir klar, das ich die Telemaster zu einem Flugboot umbauen werde und das sie auf jeden Fall elektrisch angetrieben wird. Also wurde drauf los gebaut und so nach und nach nahm die ganze Geschichte Gestalt an. Immer wieder wurde darauf geachtet, das Gewicht so gering wie nur möglich zu halten. Erst Stück für Stück wurde mir klar, was ich mir da eigentlich für ein riesiges Monster ins Haus geholt hatte.

Entgegen meiner Überzeugung baute ich die Stufe aus Styropor auf. Mir ist echt keine bessere Möglichkeit eingefallen. Ich stehe ja echt nicht auf Styro und so´n Krams aber das Ergebnis ist besser, als ich es mit Holz je hinbekommen hätte.Später wurde sie noch mit Balsa beplankt. Leider habe ich mir die ganze Zeit über keine Gedanken über den Schwerpunkt gemacht. ...Dazu später mehr. Da ja Geschwichtssparen angesagt war, verzichtete ich bei der Fläche auf die beiliegende Steckung und baute sie in einem Stück, ausserdem habe ich alle Teile die beplankt werden sollten, unbeplankt gelassen. Die original Flächenholme habe ich ebenfalls gegen leichtere und etwas dünnere ausgetauscht. So kam ich am Ende auf ein Gewicht von 2200gr. bespannt und mit Servos versehen....  Das war das vom Hersteller angegebene Rohbaugewicht :-) Bespannt wurde der Flieger mit Fibafilm von Graupner. Das Zeug ist vergleichbar mit Ecospan, hat aber eine glänzende Oberfläche und scheint um einiges Reißfester zu sein.

In die Fläche kamen zwei Speed 600, 8,4Volt, an 3:1 Getriebe und 11x7 Ls. Das ganze sollte mit 18 - 20 Zellen geflogen werden. Mein Wunsch waren eigentlich 10 Zellen ,aber der sollte nicht realisierbar sein. Um lange Ruderwege zu vermeiden, bzw. um keine langen Gestänge durch den Rumpf ziehen zu müssen, baute ich das Höhen und Seitenruderservo in das Heck des Fliegers.Irgendwann war es soweit und die Telemaster sollte zum ersten mal zeigen wie sie sich auf dem Wasser verhällt.  Also ab zum See ... Inzwischen war mir allerdings klar, das ich den Schwerpunkt nur mit 1,2Kg Gewicht in der Nase hinbekommen würde. Das schwerste was ich an Akkus hatte, waren 900gr. also wurden die so verlötet, das es einigermassen stimmte. So, nu aber ... Ab zum See. Den ersten Versuch startete ich mit 18Zellen. Bereits nach wenigen Metern kam der Flieger auf Stufe und steuern konnte man ihn auf dem Wasser auch ... COOL! Dann flog die Fläche weg und die erste Telemaster Rettungsaktion stand an ...

 

Zum Glück kam irgendwann ein Schwimmer und holte mir die Kiste aus dem Wasser. So konnte ich auch meine trockenen Füsse behalten ... naja fast ... Auf jeden Fall funktionierte alles soweit, nur der Schwerpunkt machte mir noch Sorgen. Es blieb mir nichts anderes übrig als die Schnauze zu verlängern. Also wurde alles wieder abgerissen und noch mal gebaut. Des Aussehens wegen und damit es vorne ein wenig mehr Auftrieb gibt, machte ich die ganze Geschichte dann gleich noch ein wenig breiter. Alles in allem ist die Schnauze nun 18cm länger. Ich glaube so nach ca. 8 Wochen Bauzeit konnte es zum ersten richtigen Erstflug gehen. Also ab aufs Feld, 20 Zellen eingeschmissen, Reichweitentest, Schwerpunkt und alle Ruder überprüft ... los ... Mangels Fahrwerk musste ich diese riesige Kiste per Handstart ihrem Element übergeben. Also Vollgas, ein paar kräftige Schritte, guten Schubs und schon flog sie ... So als wäre es das selbstverständlichste der Welt.

 

 

Plötzlich waren all meine Sorgen, von wegen Motorkraft, Festigkeit und dieser ganze Kram wie weggeblasen. sie flog und das war in diesem Moment wichtiger als alles andere. Auf alle Ruder reagiert sie vollkommen harmlos. Allerdings war die Schubkraft alles andere als toll. Inzwischen habe ich 11x7 dreiblatt Probs drauf. Insgesamt habe ich die Telemaster an dem Tag vier mal gestartet und total ohne Bruch nach Hause gebracht. Das Teil ist ein riesiger Slowflyer. Beim laden der Akkus stellte sich heraus, das zwanzig Zellen eigentlich übertrieben und 10 Zellen die bessere Alternative sind. Somit kommt sie auf ein Abfluggewicht von 3200gr.

 

 

 

 

Technisches:

CNC Baukasten aus Pappelsperrholz und Balsa

2,4Meter Spannweite

1,8Meter lang

3200gr. Abfluggewicht mit 10 Zellen

Zwei Speed 600 an 3:1 Getriebe

Ab 10 Zellen

4 Standardservos

60A Regler

Normaler 6 Kanal Empfänger

 

Inzwischen habe ich das Modell verkauft und nun ist es nach anfänglichen Schwierigkeiten, ziemlich erfolgreich, in Österreich unterwegs. Hier gibt es ein tolles Video!.

Zurück zur Übersicht