Unicorn II

Bau und Flugbericht Unicorn

Nach jahrelanger Modellflugabstinenz finde ich jetzt wieder etwas Zeit für mein altes Hobby und bin sofort mit dem Wasserflugbazillus infiziert worden. Nach Durchsicht meiner alten FMT Zeitschriften aus den 70ern bis Anfang 90er Jahre entdeckte ich den Bauplan der Unicorn (MT996). Das Modell gefiel mir, wegen seiner einfachen und kostengünstigen Bauweise aus Styropor und Depron. 6 mm Depron ist in meiner Gegend leider nicht verfügbar, daher entschied ich mich für normales Baustyrodur (5cm dick).Mit Heißdraht wurden aus diesem Material 6 mm Platten für Rumpf und Leitwerke geschnitten, anschließend wurden für alle Einzelteile Schablonen angefertigt (Man weiß ja nie vielleicht wird das Modell noch einmal gebaut).

Dann begann der eigentliche Bau des Modells. Ich ließ von Anfang an alle guten Tipps und Verbesserungsvorschläge aus dem Wasserflugforum einfließen. (Rumpfverlängerung, ansteigende Bugunterseite, höhere Stufe, Kanten nicht abrunden, Leitwerke abstützen, Wasserruder einbauen, abnehmbare Schwimmer) An dieser Stelle noch einen herzlichen Dank an Sebastian und Dirk.

Der Bau ging ab jetzt zügig voran. Beim Rumpfbau wurde sehr großer Wert auf Dichtheit und Schwimmfähigkeit gelegt.D.h.: Ich habe den Heck und Bugteil mit zusätzlichen Spanten wasserdicht abgeschottet

Im Bug blieb an der Unterseite eine niedrige Kammer für den Flugakku offen. Das Wasserruder wird mit einem extra Gestänge angelenkt.

Bei der Flächenbefestigung hab ich zur Sicherheit 2 Schrauben genommen.

Technische Daten:

 Spannweite:1300mm

 Rumpflänge:800mm

 Fluggewicht mit 7 Zellen 1600mAh: 1200g

 Fluggewicht mit 7 Zellen 1700mAh: 1250g

 Motorisierung: 2xSpeed 400

 Luftschrauben: 6x3

 Stromaufnahme: ca 11,5 Amp

 Flugzeit: ca 7-8 Min

Die Tragflächen wurden in altbewährter Bauweise mit Holzschablonen und Heißdraht gefertigt. Der Hauptholm aus 8x8mm Balsa erschien mir etwas zu schwach. Aus diesem Grund baute ich in die 1. Tragfläche 6x20mm Balsa ein. Nach der Fertigstellung und dem Erstflug befriedigte mich auch diese Ausführung nicht. So baute ich dann noch eine 2te Tragfläche (Kost fast nix). In diese wurden oben u. unten Kiefernleisten 3x8mm eingesetzt. Das hält jetzt bombenfest. Auch eine Schränkung von 4mm wurde berücksichtigt.

Der Rumpfboden wurde im vorderen Teil mit Epoxydharz und Glasmatte verstärkt, im hinteren Teil mit Papier bespannt und komplett lackiert. Die Ränder der Tragfläche wurden mit eingefärbten Epoxydharz gehärtet. Alle anderen Verzierungen wurden mit wasserfesten Filzstiften aufgebracht. Sonst gibt es keine Oberflächenbehandlung.

Und nun zum Fliegen:

Trotz jahrelanger Modellflugerfahrung (habe früher eigentlich alles geflogen, außer Hubschrauber) hatte ich vor dem ersten Wasserstart ein wenig Knieschlottern. Beim Erstflug holte ich mir seelische Unterstützung von Johann. Im Nachhinein gesehen, muss ich sagen, waren alle Ängste unbegründet. Beim Fahren auf dem Wasser merke ich sofort, das eingebaute Wasserruder erzielt nicht den gewünschten Effekt. Das Modell lässt sich auf dem Wasser fast nicht steuern. Ungeachtet dessen wollte ich den ersten Start wagen. Der erste Start verlief eigentlich ganz unspektakulär. Die Unicorn nahm problemlos Fahrt auf ging auf Stufe und löste sich von der Wasseroberfläche. Sie flog nach einigen Trimmkorrekturen mit dem Höhenruder tadellos. Nach einigen Eingewöhnungsrunden setzte ich zur ersten Landung an . Trotz relativ weicher Landung bricht mir ein Stützschwimmer.

Resümee aus dem ersten Flug: Stützschwimmer und die Steuerbarkeit auf dem Wasser müssen verbessert werden. Auf diesen Erstflug folgten dann einige Flüge mit verstärkten Schwimmern die alle nicht den gewünschten Erfolg brachten.
 

Heute fliege ich mit diesen Schwimmern. Die sind immer noch abnehmbar und sind sehr stabil. Auch mit der Steuerung beim Fahren im Wasser habe ich experimentiert. Anfangs dachte ich, jeden Motor einzeln mit einem Regler zu steuern. Das Problem habe ich in der Zwischenzeit mit der richtigen Dimensionierung des Wasserruders gelöst.

Obwohl das Modell sehr gut fliegt, fehlt eigentlich noch die Feineinstellung von Motorzug und Schwerpunkt. Aber das muss nach und nach erflogen werden. Landungen und Starts sind auf dem Wasser einfach wunderschön. Es wurden auch Testflüge mit 8 Zellen 1600mAh gemacht. Damit wird der Steigflug naturgemäß rasanter und man kann mit Halbgas vom Wasser starten. Mit 6 Zellen 2400mAh war kein Start mehr möglich. Aus heutiger Sicht kann ich das Modell (mit allen Verbesserungen) für jeden Wasserfluganfänger (Erfahrung in der Landfliegerei sollte Vorhanden sein) empfehlen. Zum Abschluss noch einige Bilder.

Preinreich Anton